Montag, 29. April 2019

Hasenwald vs. Kies

Das heutige erste Rollenspiel war meine erste direkte Erfahrung mir Mediation. Ich wurde auch gleich ins kalte Wasser geschmissen, indem ich in der ersten Runde die Rolle der Mediatorin übernehmen musste (war aber auch gut so :)).
Grundsätzlich habe ich mich nicht extrem wohl gefühlt mit dieser, Rolle, eher etwas überfordert. Dies lag vor allem daran, dass ich die Inhalte der einzelnen Phasen noch zu wenig kannte und mir teils auch nur schwer etwas darunter vorstellen konnte. Einfach so aus dem Stegreif in diese Rolle zu schlüpfen war für mich schwieriger als gedacht. All die kleinen Dinge, wo man noch darauf achten sollte überforderten mich zwar, aber in einer guten Weise. Das Feedback meiner Gruppe hat aber gezeigt, dass ich meine Unsicherheit ziemlich gut überdecken konnte. Sie haben es mir wohl nicht so sehr angemerkt, wie ich gedacht habe.

Ich denke, gerade weil ich mich eher überfordert als gut vorbereitet gefühlt habe, konnte ich am meisten dabei lernen. Ich habe viele Fehler gemacht, aber genau dass ist für mich ein wichtiger Lernprozesse. All die Kleinigkeiten, die mir selber nicht aufgefallen sind und wir in der anschliessenden Diskussion herausgefiltert haben, werden mir wohl viel besser in Erinnerung bleiben und ich werde mich in kommenden Mediations-Rollenspielen eher darauf achten.

In der zweiten Rolle, als genervte Vertreterin der Stadt habe ich mich schon eher wohl gefühlt. Es fiel mir leichter, mich in die Rolle hineinzugeben und es zu verkörpern. Es fällt mir aber allgemein leichter, eine klare Position zu beziehen, als die neutrale Person in der Mitter zu sein. Dies weiss ich von früheren Konfliktsituationen...

Grundsätzlich habe ich die Aufgabe aber gut gefunden. Während dem Mittagessen haben wir noch diskutiert, ob es sinnvoll war, die Gruppen so zu durchmischen oder ob es vielleicht nicht besser gewesen wäre, wenn man diese erste Aufgabe mit Menschen machen könnte, die man etwas besser kennt. Wir sind aber zu keiner abschliessenden Meinung gekommen. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Auch die Inputs zum Aktiven Zuhören, Paraphrasieren und Fragenstellen der ersten beiden Lektionen haben mir sehr viel gebracht. Ich finde es immer wieder überraschend, wie viele kleine Dinge einem eigentlich klar sind, man sich aber viel zu wenig darauf achtet und genau dann viele "Fehler" macht in einem Gespräch. Solche Sachen wieder einmal zu hören und in Erinnerung rufen finde ich persönlich enorm hilfreich!

2 Kommentare:

  1. Liebe Carmen

    Wie es scheint haben wir beide in etwa die gleichen Erfahrungen im Rollenspiel vernommen. Mit der Ausnahme, dass ich in der Rolle als Mediatorin nicht ganz ins kalte Wasser geworfen wurde, sondern von deinen Vorleistungen profitieren konnte.

    Ich fand, wie du ja von uns schon weisst, dass du die Rolle als Mediatorin sehr gut gemacht hast. Du hast nach aussen ruhig und ausgeglichen gewirkt und zu keinem Zeitpunkt überfordert. Aber ich denke man geht mit sich selbst auch immer Härter ins Gericht als andere. Ebenfalls wissen wir ja nicht, was sich in dieser Situation in deinem Kopf abspielt :-)

    Als Rolle der Stadträtin hast du mich sehr positiv überrascht. Wir kennen uns noch nicht sehr gut und ich habe dich eher sehr ruhig und zurückhaltend eingeschätzt. So hat mich die forsche und offensive Art deiner Verkörperung der Stadträtin sehr beeindruckt. Ich kann mich eher schlecht in eine solche Rolle hineingeben und kann hier wohl von dir noch einiges lernen.

    Eure Diskussion über die Gruppenbildung find ich ebenfalls sehr anregend. Ich habe mir dieselbe Frage ebenfalls gestellt. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich es schätze nicht immer mit den gleichen Personen in einer Gruppe zu sein. So ergibt sich die Möglichkeit alle ein wenig besser kennen zu lernen. Ausserdem werden ja zukünftige Mediationen auch mit unbekannten Personen stattfinden, so gestaltet sich dieser Teil schon sehr praxisnah.

    Herzlichst
    Andrea

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  2. Liebe Carmen

    Vielen Dank für Deinen kritischen Blog!
    Ich habe Euch bewusst immer mal wieder gemischt - schliesslich wäre man in der Rolle der Mediatorin ja auch idealerweise mit unbekannten Personen zusammen. Da weiss man auch nicht genau, wie diese reagieren werden...Ich finde das deshalb, die realistischere Situation, wenn auch vielleicht nicht immer gleich angenehm.
    Schön, habt IHr Euch so darauf eingelassen!

    Liebe Grüsse
    Petra

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