Dienstag, 21. Mai 2019

Gruppennoten

Das gestrige Rollenspiel "Gruppennoten" habe ich eine gute Übung gefunden.
Ich hatte in unseren drei Durchgängen nie die Rolle der Mediatorin, konnte aber trotzdem viel mitnehmen. Es war gut, sich einige Dinge wieder in Erinnerung zu rufen aus den Erfahrungen des ersten Rollenspiels. In dem Sinne gab es für mich auch "Aha-Erlebnisse". Besonders Dinge wie direktes Ansprechen, auf Regeln hinweisen, offen lassen, wer anfängt mit erzählen etc. hatte ich nicht mehr so präsent.

Besonders bewusst geworden ist mir gestern, wie wichtig es ist, ein solches Gespräch gut vorzubereiten. Besonders, wenn man das im Alltag so erlebt, hat man mehr Informationen zur Situation und den beteiligten Personen. Trotzdem oder gerade deswegen ist eine detaillierte Vorbereitung sehr wichtig. Man kann sich weniger von seinen Gefühlen leiten lassen, hat aber auch besser den Überblick. Ich denke, dass es dem Gespräch hilft, wenn man sich als Mediator schon Gedanken gemacht hat über den genauen Ablauf, wie man gewisse Punkte ansprechen kann und über die Ziele des Gesprächs. Man darf sich aber nicht zu sehr daran klammern, denn es können unerwartete Reaktionen kommen, die zu unerwarteten Wendungen führen können.

Ich habe während meiner Gymi-Zeit einige Konflikte erlebt, wo es um die Notengebung ging. Jedoch war da meist meine ganze Klasse unzufrieden, teils auch noch unsere Parallelklasse dazu. Wir haben immer versucht, zuerst das Gespräch mit der betreffenden Lehrperson zu suchen, jedoch war das alles immer sehr unkoordiniert. Ich denke, wie wären erfolgreicher gewesen, wenn wir uns im Voraus überlegt hätten, was sind unsere Mindestforderungen, welche Punkte wollen wir besprechen und auch welche Anliegen uns am wichtigsten sind.
Meistens hat es so geendet, dass an den Noten nichts geändert wurde, jeder von uns stocksauer gewesen ist und die Lehrperson uns bei der nächsten Prüfung indirekt bestraft hat mit noch strengerem Notenmassstab oder einer extrem schwierigen Prüfung.

Ich hoffe zwar nicht, dass ich wieder einmal in so eine Situation komme, bin mir aber sicher, dass ich dann eine andere Herangehensweise wählen werde.

4 Kommentare:

  1. Hoi Carmen,

    Es scheint als hätten wir im Gruppennoten-Rollenspiel beide gemerkt, wie wichtig eine gute Vorbereitung auf die Mediation ist, aber auch dass man gleichzeitig offen für Unerwartetes sein muss.
    Ausserdem finde ich es spannend, dass ihr scheinbar in eurem Gymi immer wieder solche Notenkonflikte hattet. Im Vergleich dazu gab es das bei uns nur sehr selten, und wenn, dann waren es meistens Einzelpersonen, welche unzufrieden waren. Es wäre spannend jetzt nochmals einen solchen Notenkonflikt zu durchleben und zu sehen, ob wir uns bereits mit den Gelernten anders verhalten würden.

    Grüessli,
    Tanja

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  2. Liebe Carmen

    Wie Tanja, stimme ich dir auch zu, dass es unbedingt eine gute Vorbereitung seitens des Mediator/in braucht. Vor Allem was den Ablauf/Struktur der Mediation anbelangt, ist es sicherlich sehr relevant.

    Echt schade, dass eure Gymi-Lehrer so reagiert haben und sogar noch schwierigere Prüfungen zusammengestellt haben. Hoffen wir, dass die jetzigen Gymischüler sich besser koordinieren können und ihr Anliegen gezielt kommunizieren können.

    Liebe Grüsse
    Tamara

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  3. Liebe Carmen

    Auch ich habe beim ersten Durchgang vom Rollenspiel gemerkt, was ich schon alles nicht mehr präsent hatte (Reihenfolge selbst bestimmen lassen, direktes Ansprechen, etc.) von dem her ist eine eigene Auflistung der wichtigsten Punkte wohl kein Seich.

    Dies führt direkt zum zweiten Punkt den du ansprichst und zwar die gute Vorbereitung. Ich denke wir sind uns alle einig, dass dies unabdingbar ist als guter MediatorIn.

    Ebenfalls sehe ich jedoch auch bei jedem Rollenspiel, wie wir Fortschritte machen :-)

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  4. Liebe Carmen
    Leider ist dieses Quartal wohl wirklich zu kurz, um einige Dinge zu verinnerlichen und wie Du sagst - es geht so schnell, bis man einige Dinge wieder nicht mehr genügend präsent hat. Ich hoffe, dass ihr aber vor einem Konfliktgespräch das Skript oder Eure Notizen wieder hervor nehmt und Euch dann anders auf das Gespräch vorbereitet. Ich bin sicher, dass man so bewusst eher zu einem guten Resultat kommt. Auch nur schon paraphrasieren oder ein klarere Plan, was man erreichen möchte, verändern das Gespräch. Hoffentlich klappt's!
    LG
    Petra

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